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PanKultur und die Steeldrum-Hochburg Dortmund ![]() Foto:
Annette Hudemann
Dortmund ist außerhalb des Ruhrgebiets vor allem bekannt für seine beiden großen “Bs”: Bier und Borussia. Doch hat sich die Westfalenmetropole im Lauf der letzten zehn Jahre zur ersten deutschen Adresse in Sachen “Steeldrum-Musik” gemausert. Dortmund und Steeldrums. Das paßt doch irgendwie nicht zusammen. Denkt man ... und irrt sich gewaltig. Rund 20 Jahre ist es her, als ein Tröpfchen karibischer Lebensfreude auch hier auf fruchtbaren Boden fiel. Denn Ende der Siebziger Jahre infizierte sich der Dortmunder Eckhard C. Schulz auf einer Party mit dem Steeldrum-Virus aus der Karibik, baute kurz darauf im Schweiße seines Angesichts seine erste Pan. Der Rest ist Geschichte: Heute zählt er zu den besten Steeldrum-Bauern Europas, und Instrumente “Made by ECS” sind weltweit zu einem Qualitätsbegriff geworden. Von Anfang an war auch der Musiker Jürgen Lesker Zeuge der Anstrengungen seines Freundes Eckhard Schulz: Fasziniert vom Reiz des Neuen und dem exotischen Sound der Tonnen, präsentierte Lesker das Instrument mit großem Erfolg in seiner damaligen Band, der “Acoustic Groove Band”. Ab 1987 setzte die von Lesker und Schulz gegründeten, inzwischen aufgelösten “Steelyard” als erste deutsche Formation neben “konventionellem” Instrumentarium allein auf den Klang der karibischen Pans. Doch wollten die beiden die Steeldrum-Musik auf der Aktiven-Seite auf eine breitere Basis stellen. 1994 schlug dann Martin Buschmann - ebenfalls Musiker, der selbst schon jahrelang Steeldrum spielte und ab und an bei “Steelyard” mitmischte - vor, einen Workshop zu veranstalten. ![]() Foto: Annette Hudemann
Seit 1995 am Start Ende
des Jahres war es soweit: 18 Neugierige hatten sich angemeldet, um in
einem Raum der Musikschule auf einem vorerst provisorischen, zum Teil
geliehenen Instrumentarium loszulegen. Den Teilnehmern war's jedoch egal,
und so hatte der Großteil im Anschluß an den Workshop Blut geleckt, wollte
weitermachen. Von dieser Resonanz etwas überrollt, entschlossen sich Buschmann,
Lesker und Schulz daher nach kurzer Bedenkzeit, einen Verein zu gründen.
Am 1. Januar 1995 ging dieser unter dem Namen “pan-kultur e.V.” mit Eckard
Schulz als Präsident an den Start. Heute besteht der Verein aus drei Orchesterformationen
und einer Marching Band mit insgesamt rund 120 Mitgliedern. Eine Besonderheit:
“pan-kultur e.V.” ist eines der wenigen Steeldrum-Orchester, das seit
den Anfangstagen auch eine eigene Kinder- und Jugendgruppe, die “Paninos”,
unterhält; die zweite Formation begann Mitte 1997. Derzeit spielen die
Vereinsmusiker noch größtenteils Cover-Versionen bekannter Pop-Songs von
Stevie Wonder bis Bob Marley sowie karibische und südamerikanische Standards.
Vorlagen, die Martin Buschmann und Jürgen Lesker für die Pans neu arrangieren.
Doch ist der musikalische Rahmen zukünftig weiter gesteckt. “Wir wollen
musikalisch reifen”, so Jürgen Lesker, was bedeutet: Mehr eigene, auch
komplexere Stücke sollen ins Programm. Ein weiterer Schritt in diese Richtung
war das erste “Europäische Pan Festival”, das Ende Mai 2000 in Paris stattfand. Claus Rehse |
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